Artikel zur Rolle des Essener Konzerns Krupp im Ersten Weltkrieg

Vor 100 Jahren reichte der Essener Schwerindustrielle Gustav Krupp beim Kaiser eine Kriegszieleingabe ein. Die Firma Krupp und die Industriellenfamilie ist noch heute eng mit der Stadt Essen verbunden.

Ein Artikel in der Zeitung „jungeWelt“ vom 31.7.2015 beschäftigt sich intensiv mit der Positionierung von Gustav Krupp in der Debatte um das „Kriegsziel“ innerhalb der kriegsführenden Herrschenden im Ersten Weltkrieg. Es wird dargestellt, dass Krupp als mächtiger Rüstungslieferant als Mittler im deutschen Imperialismus und als menschenverachtender Nationalist in Erscheinung trat. Im Krieg stiegen die Krupps zu den reichsten Menschen Deutschlands auf. Beispielsweise stammte jede zehnte im Krieg verschossene Granate des deutschen Heeres aus dem Hause Krupp, Krupp war der größte Flottenbauer. Dementsprechend hatte Krupp Interessen und Einfluss, die viel beachtete Kriegszieleingabe ist ein Beispiel hierfür.

Es ist überfällig, dass die Rolle der mit Essen auf das Engste verbundenen Firma Krupp als Trägerin des deutschen Imperialismus und Militarismus Eingang in das Geschichtsbewusstsein finden. Stattdessen ist in offiziellen Stellungnahmen und Ehrungen bewundernd vom „Mythos Krupp“ die Rede, man ist stolz auf die „Villa Hügel“. Manchmal wird zwar beschönigend auf „Schattenseiten“ hingewiesen. Eine wirkliche Auseinandersetzungen mit den Arbeitsbedingungen in den Krupp’schen Werken und der kriegstreibenden Rolle der Firma Krupp im Ersten und Zweiten Weltkrieg fehlt weitestgehend. Woran das liegt, kann nur vermutet werden. Es steht der Verdacht im Raum, dass die langjährigen engen Verknüpfungen der in Essen ansässigen Konzerne mit der lokalen Politik und Verwaltung (die Stadt Essen bezeichnet sich gar offiziell selbst als „Konzern“) kritisches Denken insofern nicht zulassen.

Der vollständige Artikel kann unter folgendem Link nachgelesen werden:

www.jungewelt.de/2015/07-31/001.php