Ankerzentren und Essener ZAB

Das Bündnis Essen gegen Abschiebung lädt zu einem Vortag über das Leben in und die Auswirkungen von Ankerzentren ein:

Heinz Drucks vom Flüchtlingsrat NRW und andere werden am Donnerstag, den 18.10.2018 um 19 Uhr berichten, wie Geflüchteten systematisch ihre Rechte genommen werden.

Veranstaltungsort:

Café „Die Brücke“, Universitätsstr. 19, Essen

 

Krankenhaus als Fabrik

Um der nun in der stationären Gesundheitsversorgung eingeführten marktwirtschaftlichen Logik zu gehorchen, müssen Krankenhäuser die Einnahmen erhöhen und ihre Ausgaben senken. Das tun sie durch eine Steigerung der Anzahl an behandelten Patient*innen (Fällen) und die Abrechnung möglichst lukrativer Diagnosen auf der einen Seite sowie durch Einsparungen beim Personal und wachsender Arbeitsverdichtung auf der anderen Seite. Im Ergebnis erleben wir eine Über- und Fehlversorgung mit medizinisch nicht notwendigen Operationen und eine Unterversorgung durch Personal- und Zeitmangel. Beides ist schlecht für Patient*innen und Beschäftigte – in allen Bereichen von der Küche bis zur Pflege. Trotz des gestiegenen Leistungsdrucks in den Krankenhäusern und der ökonomischen Effizienzsteigerungen droht immer mehr Krankenhäusern die Insolvenz.

Im Sommer haben sich die Beschäftigten des Essener Uniklinikums auf dem Weg gemacht, für mehr Personal zu kämpfen, für bessere Arbeitsbedingungen im Krankenhaus, eine bessere Versorgung der Patient*innen. „Mehr von uns ist besser für alle“, lautete der Aufruf der Beschäftigten. Das Ergebnis, eine Arbeitsentlastung in der Uniklinik in Essen, ist ein erster Erfolg, aber auch in anderen Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Essen besteht Handlungsbedarf.

Nadja Rakowitz (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte) und Manfred Fiedler (ehem. Arbeitsdirektor am Klinikum Dortmund, heute freiberuflicher Berater und Publizist im Gesundheitswesen) werden die Entwicklungen im Gesundheitswesen in den letzten Jahrzehnten und ihre Auswirkungen darstellen, die Probleme, mit denen sowohl Beschäftigte als auch PatientInnen und damit wir alle tagtäglich konfrontiert werden.“

https://nrw.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/7HWSE/krankenhaus-als-fabrik/

Veranstaltungsort

Villa Rü
Girardetstraße 21
45131 Essen

Zeit

23.10.2018, 19:00 – 21:00 Uhr

Film „Der marktgerechte Patient“

Wir möchten an dieser Stelle auf den Film „Der markgerechte Patient“ hinweisen, der durch attac mitfinanziert wurde und nun von attac Essen am 8.11. um 19 Uhr in der VHS gezeigt wird.

Hier ein Auszug der Filmemacher über ihren Film:

„Es gibt zwar bereits zahllose Berichte über skandalöse Zustände in den deutsche Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen (jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis – wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn – wer sich auf die Patienten einlässt und Tarife zahlt, macht Verlust). Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dort, wo er am Verletzlichsten ist, nämlich als hilfsbedürftiger Patient, den gnadenlosen Prinzipien von Gewinn und Verlust untergeordnet.“

http://www.der-marktgerechte-patient.org

„Festival der Demokratie“

Filmvorführung „Festival der Demokratie“ mit anschließendem Gespräch mit Lars Kollros, Regisseur

am 29.9.2018 um 19 Uhr im Alibi Holzstraße12, Essen

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 7. und 8. Juli 2017 trafen sich die Regierungsvertreter*innen der EU und die 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Erde in Hamburg. Innensenator Andy Grote kündigte das G20-Treffen als „Festival der Demokratie“ an. 100.000 Menschen kamen um gegen den Gipfel und den globalen kapitalistischen Normalvollzug zu demonstrieren. Über 30.000 Polizist*innen waren in der Stadt um das Treffen zu schützen.

Das „Festival der Demokratie“ äußerte sich in einer massiven Einschränkung der Versammlungs- und Pressefreiheit, der Aufhebung der Trennung zwischen Exekutive und Judikative und in hunderten Fällen von martialischer Polizeigewalt, die bis heute nahezu folgenlos blieben. Hardliner und Einsatzleiter Hartmut Dudde wurde sogar zum Chef der Hamburger Schutzpolizei befördert und SPD Bürgermeister Olaf Scholz („Polizeigewalt hat es nicht gegeben“) ist heute Bundesfinanzminister und Vize-Kanzler.

Derzeit bringen fast alle Bundesländer neue, verschärfte Polizeigesetze auf den Weg und NRW-Innenminister Herbert Reul fordert eine „robustere“ Polizei. Ist der Ausnahmezustand, der in Hamburg ausgerufen wurde, die Zukunft der Versammlungsfreiheit in der Bundesrepublik?
Lars Kollros and Alexandra Zaitseva begleiteten die Demonstrationen mit Ihren Kameras und arbeiteten die Proteste und die Handlungen der Polizei in ihrem Dokumentarfilm anhand von Interviews kritisch auf.

Für alle, die den Film bisher nicht gesehen haben, gibt es die Chance dies am 29.09.2018 um 19 Uhr im Alibi-Essen nachzuholen. Filmemacher Lars Kollros wird für eine Diskussion nach der Filmvorführung vor Ort sein. Der Abend wird in Kooperation von attac Essen, dem Rosa Luxemburg Club Essen und dem Alibi veranstaltet.

Für den Eintritt wird um eine Spende gebeten, welche an den G20-Repressionsfonds der Roten Hilfe e.V. weitergeleitet wird.

Hier schon einmal der Trailer.