Krankenhaus als Fabrik

Um der nun in der stationären Gesundheitsversorgung eingeführten marktwirtschaftlichen Logik zu gehorchen, müssen Krankenhäuser die Einnahmen erhöhen und ihre Ausgaben senken. Das tun sie durch eine Steigerung der Anzahl an behandelten Patient*innen (Fällen) und die Abrechnung möglichst lukrativer Diagnosen auf der einen Seite sowie durch Einsparungen beim Personal und wachsender Arbeitsverdichtung auf der anderen Seite. Im Ergebnis erleben wir eine Über- und Fehlversorgung mit medizinisch nicht notwendigen Operationen und eine Unterversorgung durch Personal- und Zeitmangel. Beides ist schlecht für Patient*innen und Beschäftigte – in allen Bereichen von der Küche bis zur Pflege. Trotz des gestiegenen Leistungsdrucks in den Krankenhäusern und der ökonomischen Effizienzsteigerungen droht immer mehr Krankenhäusern die Insolvenz.

Im Sommer haben sich die Beschäftigten des Essener Uniklinikums auf dem Weg gemacht, für mehr Personal zu kämpfen, für bessere Arbeitsbedingungen im Krankenhaus, eine bessere Versorgung der Patient*innen. „Mehr von uns ist besser für alle“, lautete der Aufruf der Beschäftigten. Das Ergebnis, eine Arbeitsentlastung in der Uniklinik in Essen, ist ein erster Erfolg, aber auch in anderen Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Essen besteht Handlungsbedarf.

Nadja Rakowitz (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte) und Manfred Fiedler (ehem. Arbeitsdirektor am Klinikum Dortmund, heute freiberuflicher Berater und Publizist im Gesundheitswesen) werden die Entwicklungen im Gesundheitswesen in den letzten Jahrzehnten und ihre Auswirkungen darstellen, die Probleme, mit denen sowohl Beschäftigte als auch PatientInnen und damit wir alle tagtäglich konfrontiert werden.“

https://nrw.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/7HWSE/krankenhaus-als-fabrik/

Veranstaltungsort

Villa Rü
Girardetstraße 21
45131 Essen

Zeit

23.10.2018, 19:00 – 21:00 Uhr